Überraschendes Unentschieden zum Auftakt in der Landesklasse

Überraschendes Unentschieden zum Auftakt in der Landesklasse

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Fehlende Chancenverwertung führt zu unnötigem Punktverlust der 1. Mannschaft der Erbacher Schachfreunde

16.09.2012 Das erste Heimspiel der Saison gegen die Schachfreunde aus Wieseck endete am Ende überraschend unentschieden. Die Erbacher Schachsportler konnten sich am Ende trotz bester Möglichkeiten nicht durchsetzen und müssen bereits am ersten Spieltag einen Punktverlust hinnehmen. Jedoch ist das Ergebnis kein Beinbruch, zählte der Gegner doch zu den etablierten und stärkeren Mannschaften in der Liga.

Die Vorzeichen für den Mannschaftskampf waren ein wenig getrübt, da sowohl Holger Ochs als auch Eric Simon, Stammspieler an Brett 2 und an Brett 5, leider absagen mußten. Diese Ausfälle konnten die Schachfreunde jedoch mit dem Einsatz von Martin Launert und Bernd Jung sehr gut kompensieren, so daß die Erbacher Truppe trotz dieser Schwächung weiterhin leicht favorisiert antrat. Der Mannschaftskampf begann dann auch sehr ausgeglichen, wobei die Erbacher Spieler konzentriert zu Werke gingen und sich an einigen Brettern bereits in der Eröffnung den ein oder anderen Vorteil erspielen konnten.

Stefan Friedel erspielte den ersten halbe Punkt für Erbach

Stefan Friedel an Brett 5 landete einen Kantersieg nach nur 14 Zügen

Den ersten halben Punkt der neuen Saison konnte nach einem Generalabtausch durch den Mannschaftsführer Markus Pauly am vierten Brett verbucht werden. Der erste Paukenschlag folgte jedoch nahezu zeitgleich am Nachbarbrett: nach lediglich 14 Zügen war Stefan Friedels Gegner überspielt und gab angesichts seiner hoffnungslosen Stellung auf. Dieser extrem schnelle Erfolg nach knapp 90 Minuten Spielzeit brachte die Denksportler aus Erbach mit 1,5 : 0,5 in Führung.

Mit dieser frühen Führung im Rücken spielte es sich für Erbach natürlich etwas leichter: Der Gegner mußte diesen Rückstand sicher zunächst mental verarbeiten, zumal die noch laufenden Partien für Erbach recht vielversprechend aussahen. Mit fortschreitender Spieldauer erholte sich Wieseck jedoch von dem Wirkungstreffer und kam mit einem unerwarteten Erfolg an Brett 8 zum Ausgleich. Bernd Jung steuerte an und für sich einem sicheren Remis entgegen - griff aber mit einem vermeintlich erstklassigen Zug im Läuferendspiel daneben und verlor seine Partie dann doch noch unglücklich. Ein erster herber Dämpfer für Erbach zum 1,5:1,5 Ausgleich.

Jedoch sollte dieses Ergebnis zur Zeitnotphase bald wieder zu Gunsten der Erbacher Schachfreunde gedreht werden: Janek Elkmann an Brett 1 sowie Heiko Marzahn an Brett 3 konnten beide ihre jeweiligen Partien mit Schwarz gewinnen - Janek in fulminantem Stil, Heiko ein wenig mit Hilfe seines Gegners und es stand 3,5 : 1,5 für die Gastgeber. Zeitgleich mit diesen beiden Siegen erhielt Martin Launert an Brett 7 spielend mit dem 40. Zug seines Gegners ein Remisangebot. Da sich Martin eine materiell zwar ausgeglichene aber optisch bessere Stellung erspielt hatte, lehnte er durch Ausführung seines 40. Zuges das Remisangebot ab - was sich am Ende dann leider als Fehler erweisen sollte.

In einer taktisch verwickelten und recht kuriosen Partie geriet Gerhard Jung am zweiten Brett spielend mit einem Minusbauern in Nachteil und kämpfte in der Folge verbissen darum, das Endspiel und die Partie zu halten. Sein Gegner spielte das Endspiel fehlerfrei und schaffte es, den Anschlußtreffer zum 2,5:3,5 aus der Sicht der Gäste zu erzielen. Am 6. Brett konnte sich Hendrik Aßmann früh einen Mehrbauern sichern und kämpfte verbissen darum, diesen Vorteil in einem Damen-Endspiel zu verwerten. Ständig drohte Dauerschach und am Ende war eine Punkteteilung nicht mehr zu vermeiden: 4:3 für Erbach.

Nun hing alles an Martin Launert an Brett 8, der nach der Zeitkontrolle und dem ausgelassenen Remisschluß (das hätte zum Sieg genügt!) leider nicht den besten Plan verfolgte. In beiderseitiger hochgradiger Zeitnot kam es zu einer aufreibenden Blitzschlacht. In diesem Duell mit zwei Türmen gegen Dame und einigen Bauern auf beiden Seiten stellte er jedoch leider einige Bauern unnötig ein und sah nicht, wie er eine Festung errichten konnte, die ihm auch in dieser Phase noch das Unentschieden und der Mannschaft den Sieg gerettet hätte. Leider schaffte er es nicht - der Wiesecker Gegner war in dieser Phase einfach der etwas glücklichere Spieler und stellt den 4:4 Endstand her.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

SF Erbach 1 - SF Wieseck 1 4:4
Janek Elkmann - Schachl, Markus 1:0
Gerhard Jung - Reichmann, Steffen 0:1
Heiko Marzahn - Wüst, Klaus 1:0
Markus Pauly - Repp, Heinrich 1/2
Stefan Friedel - Muth, Andreas 1:0
Hendrik Aßmann - Leinweber, Matthias 1/2
Dr. Martin Launert - Waldrich, Helmut 0:1
Dr. Bernd Jung - Fügert, Martin 0:1

"Dieses Unentschieden ist natürlich ein unglückliches Ergebnis und ein unnötiger Punktverlust dazu", fasste der Mannschaftsführer nach einem langen Tag das Ergebnis zusammen. "Daß zwei sichere Remispartien verloren, und eine Partie mit Mehrbauer nicht gewonnen werden konnte zeigt, wie nahe wir einem deutlichen Sieg waren!". Das Hauptziel zur Heimpremiere im neuen Spiellokal in der Aula der Sonnenblumenschule mit einem Auftaktsieg zu starten wurde leider verfehlt - für den weiteren Saisonverlauf bedeutet dies natürlich, umso konzentrierter die nächsten Begegnungen anzugehen.

Am 2. Spieltag gegen die Biebertaler Schachfreunde geht es bereits um eine Vorentscheidung in der Meisterschaft: Die beiden DWZ-stärksten Teams der Liga treffen aufeinander, und der Sieger hat sehr gute Chancen auf den Meistertitel. Das Heimspiel findet am 7. Oktober 2012, 14 Uhr, in der Aula der Sonnenblumnschule in Eltville-Erbach statt. Zuschauer sind natürlich herzlich willkommen!

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