Deutlicher Sieg im Lokaldeby

Deutlicher Sieg im Lokaldeby

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Gegen Dotzheim 2 geben sich die Erbacher Schachfreunde keine Blöße und gewinnen deutlich mit 6:2

27.1.2013 Das erste Auswärtsspiel im Kalenderjahr 2013 bei der Hessenliga-Reserve des TuS Dotzheim konnten die favorisierten Erbacher Schachsportler am Ende klar für sich entscheiden. Mit vier Siegen und vier Remispartien setzen sie sich ohne Partieverlust durch und tankten damit Selbstvertrauen und Motivation im Endspurt um die Meisterschaft in der Landesklasse West.

Die Vorzeichen für den Mannschaftskampf waren ein wenig angespannt, da sich zunächst kein Ersatzspieler finden ließ um das Fehlen eines Stammspielers zu kompensieren. Ulrich Perll erklärte sich dann zum Glück doch bereit, auszuhelfen - und hätte dies sicher schon fast bereut, als die Mannschaftsaufstellungen bekannt gegeben wurden: Am 8. Brett bot Dotzheim mit Armin Achtmann einen bärenstarken Spieler mit knapp 2000 DWZ auf. Auf dem Papier eine fast unlösbare Aufgabe - die statistische Gewinnerwartung lag für unseren Ersatzmann gerade einmal bei 19%! Aber im richtigen Leben werden die Partien auf dem Brett entschieden - nicht auf dem Papier...

 

Eric Simon gewann seine Partie gegen Dotzheim und ist mit
bisher 2,5 Punkten aus 4 Partien ein sicherer Punktelieferant

 

Der Mannschaftskampf begann für den Mannschaftsführer dennoch ein wenig aufregend. Die Spiellokalverlegung ins Spiellokal des Wiesbadener Schachvereins in Biebrich hatte Erbachs Brett 1 Janek Elkmann nicht mitbekommen, und da er selbständig anreiste und um 14 Uhr nicht am Spielort erschien, schwante dem Mannschaftsführer schon böses. Nach einigen Telefonaten war dann klar, daß Janek vor dem Spiellokal des TuS Dotzheim in Wiesbaden-Dotzheim stand und sich wunderte, daß niemand vor Ort war. Eine knappe dreiviertel Stunde später ist er dann aber zum Glück noch rechtzeitig erschienen, und Erbach war vollzählig. Der Mannschaftführer konnte sich wieder beruhigen und zumindest diesen belastenden Punkt für sich streichen...

Die ersten Entscheidungen ließen dann nicht lange auf sich warten. Hendrik Aßmann präsentierte sich an Brett 7 ausgeschlafen und konnte seinem Gegner im frühen Mittelspiel einen Offizier abluchsen. Die Partie war damit eigentlich bereits entschieden, da sein Gegner über keinerlei Kompensation für die Leichtfigur verfügte. Er kämpfte aber noch verbissen weiter, auch um die Moral der Dotzheimer Truppe nicht zu gefährden - am Ende jedoch vergebens. Fast gleichzeitig mit Hendriks Sieg gewann auch Heiko Marzahn am dritten Brett seine Partie gegen seinen offensichtlich bestens vorbereiteten Gegner. Nach ca. 15 gespielten Zügen hatte Heiko bereits deutlich mehr als eine Stunde investiert, während sein Gegner die Züge geradezu herunterblitzte. Nach einer kleinen Abweichung "vom Buch" war aber auch der Dotzheimer auf eigenständiges Rechnen in einer sehr scharfen und zweischneidigen Stellung angewiesen. Dieses gelang Heiko aber deutlich besser und durch einen schönen Mattangriff wurde diese Partie für Erbach sicher gewonnen. Eine komfortable 2:0 Führung war herausgespielt.

An den übrigen Brettern sah es zu desem Zeitpunkt für Erbach recht vielversprechend aus, denn außer Mannschaftsführer Markus Pauly an Brett 4 (mit zwei Minusbauern) waren die Erbacher Denksportler gut unterwegs. Besonders vielversprechend sah Stefan Friedels Partie an Brett 6 aus: Hier zeichnete sich ein klarer Sieg ab, da Stefans Gegner positionell kaum noch Paroli bieten konnte, und der Zusammenbruch der Stellung kurz bevor stand. Jedoch kam es hier dann doch anders: Nach etwas sorgloser Stellungsbehandlung und einigen "Zweitbesten" Zügen konnte sich der Dotzheimer Spieler ein wenig glücklich in ein Dauerschach retten. Es stand 0,5:2,5 für Erbach - ein erster kleiner Dämpfer.

Eric Simon am 5. Brett spielend machte es besser. Nach zunächst ruhiger Eröffnung - und nach einem ungewöhnlichen "Läufer gegen Springer" Tausch seines Gegners - nutzte Eric seine aktivere Stellung sicher und unspektakulär aus. Mit 3,5:0,5 standen die Erbacher nun kurz vor dem Gewinn des Wettkampfs.

Wie stand es denn nun zur "Halbzeit" an den übrigen Brettern? An Brett 1 kämpfte Janek mit Zeitproblemen, aufgrund des verspäteten Erscheinens am Spielort. Seine Stellung war kritisch, aber noch alles drin. Gerhard Jung an Brett 2 konnte gegen seinen starken Gegner eine deutlich bessere Stellung erarbeiten und sollte das Endspiel zumindest nicht verlieren. Aber ob es zum Gewinn reichen würde? An Brett 4 kämpfte Markus Pauly immer noch mit zwei Minusbauern einen nahezu aussichtlosen Kampf, um doch noch das Remis zu schaffen. Hier sollte es für Erbach wohl nichts zu ernten geben - lediglich das Erfolgserlebnis für Dotzheim sollte so lange wie möglich hinausgezögert werden. Und was machte Erbachs Ersatzmann Uli Perll am 8. Brett? Hier sah es unerwartet gut aus: materiell war zwar noch alles "im Lot", aber Uli hatte eine recht aktive Stellung und Initiative. Er war jedenfalls am Drücker, und würde sich nicht einfach zusammenschieben lassen!

Die nächste Entscheidung viel dann am 2. Brett durch Gerhard Jung. Er bezwang seinen stärker einzuschätzenden Gegner in einem sauber herausgespielten Endspiel und konnte damit - neben einem motivierenden persönlichen Erfolg - den Mannschaftskampf entscheiden. An Brett 1 folgte dann kurz darauf ein wenig überraschend der Remisschluss - aus Erbacher Sicht wohl ein wenig zu glücklich, da Janek materiell im Rückstand war und sich ein vermeintliches Dauerschach im Nachhinein als Illusion herausgestellt hat. Mit 5:1 lagen die Wein- und Rosenstädter damit uneinholbar in Führung. Der Mannschaftskampf war entschieden.

Verblieben noch Markus und Uli, zwei Partien für die Galerie? Markus, mittlerweile in einem Enspiel mit ungleichfarbigen Läufern und zwei Minusbauern angekommen, sah nun seine Chance gekommen, ein Remisangebot abzugeben. Dieses wurde jedoch vom Dotzheimer Spieler abgelehnt. Damit war klar, daß er sich seinen Sieg auf jeden Fall noch sichern wollte - und rein objektiv war die Partie für den Erbacher Mannschaftsführer auch nicht zu halten. Der vom Dotzheimer Spieler gewählte Plan erlaubte jedoch eine Rettung in Form eines nahezu studienartigen Patts, wie folgt:

Letzter Zug von Weiß war 54. f6 und nach 54... Lf6: 55. Kf6: d1D!
muß der Läufer die Dame schlagen. Ergebnis: Patt!

Ein dramatischer Spieltag für den Mannschaftsführer, mit einem dann doch auch für ihn guten Ende!

Und was machte Uli? Erbachs Ersatzmann kämpfte großartig! Trotz Minusbauer hat Uli so viel Initiative entwickelt, daß der Partiegewinn in der Luft lag: es drohte Matt in wenigen Zügen! In seiner Verzweiflung und wohl als letzte Chance bot der Dotzheimer Spieler Remis an. Anstatt einige Minuten über das Remisangebot nachzudenken und vermutlich dann zu erkennen, daß die Partie in wenigen Zügen gewonnen ist, nahm Uli das Angebot rasch an. Im Nachhinein war das voreilig, denn es konnte in der Schlußstellung nur noch Uli gewinnen. Schade für eine aufopferungsvoll und sehr gut gespielte Partie - Uli wird's verschmerzen, das Remis ist auch schon ein toller Erfolg! Mit diesen beiden Remisen zum Schluß gewann Erbach sicher und verdient mit 6:2 gegen Dotzheim 2.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

TuS Dotzheim 2 - SF Erbach 1 2:6
Frank Heim - Janek Elkmann 1/2
Sven Malzahn - Gerhard Jung 0:1
Uwe Kettner - Heiko Marzahn 0:1
Stefan Zimmermann - Markus Pauly 1/2
Marcus Beier - Dr. Eric Simon 0:1
Volker Schmidt - Stefan Friedel 1/2
Hilmar Lenz - Hendrik Aßmann 0:1
Armin Achtmann - Ulrich Perll 1/2

"Mit diesem deutlichen Sieg gegen ein dennoch starkes Team aus Dotzheim bleiben die Schachfreunde Erbach auf Kurs!", fasste der Mannschaftsführer nach einem langen Tag das Ergebnis zusammen. "Einige überraschende Partieergebnisse sind so nicht erwartet worden, aber unter dem Strich hätte es zum gleichen Resultat geführt. Das gleichzeitige VierVier von Biebertal gegen Limburg macht die Meisterschaft nun wieder spannend - es ist alles drin!", lautet der Ausblick auf die noch folgenden vier Spieltage.

Das nächste Spiel in der Landesklasse West findet am 17. Februar 2013 zu Hause gegen den SK Niederbrechen 2 statt. Gegen die abstiegsbedrohten Gäste ist ein Sieg Pflicht, aber gerade gegen Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, ist stets Vorsicht geboten! Zuschauer sind natürlich wie immer herzlich willkommen!

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