Verbandsliga Süd: Drittelpause

Verbandsliga Süd: Drittelpause

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Erbach, den 23.11.2013

Das erste Drittel der aktuellen Saison in der Verbandsliga Süd ist gespielt - Zeit eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Die Schachfreunde Erbach sind als Aufsteiger in die Verbandsliga Süd in eine schwere Saison gestartet. Als Aufsteiger, und trotz der Tatsache daß sich Erbach mit dem starken Rheingauer Spieler Michael Link verstärken konnte, sind die rein statistischen Erwartungen auf den Klassenverbleib gering. Die Schachfreunde aus Erbach haben sich aber vorgenommen, ihre Haut so teuer wie möglich zu verkaufen... Nun, ist das im ersten Drittel gelungen?

In der ersten Runde am 29.9.2013 waren die Vorjahresdritten aus Hofheim zu Gast - ein nominell starkes Team. Hoffnung keimte auf, nachdem klar war, daß die Hofheimer Schachfreunde stark ersatzgeschwächt ins Rheingau gekommen sind. Die Aufstellung versprach ein enges Match, mit minimalem DWZ Vorteil für Erbach:

Br. Erbach 1 vs. Hofheim 2 Ergebnis
1 Elkmann, Janek - Daub, Wolfgang 1-0
2 Link, Michael - Zunker, Reinhard FM 0,5
3 Marzahn, Heiko - Kribben, Johannes 0-1
4 Jung, Gerhard - Seidel, Jürgen 0,5
5 Althoff, Guntram - Böddeker, Henry 0-1
6 Simon, Eric, Dr. - Heymann, Anna-Luise 0,5
7 Pauly, Markus
- Rohs, Peter 0-1
8 Friedel, Stefan - Meilinger, Claus 0,5

 

Leider hat es am Ende nicht zu einem Punktgewinn gereicht - Erbach verlor den Wettkampf 3:5. Janek gewann glücklich an Brett 1 nach grobem Fehler seines Gegners was zu einem einzügigen Matt führte. Michael remisierte seine Partie, nachdem er feststellen musste, daß seine Angriffsbemühungen abgewehrt wurden und dabei ein nur minimal besseres Endspiel für ihn herausgekommen ist. Heiko versuchte alles, um aus seiner ausgeglichen Partie noch etwas herauszuholen und überzog. Gerhard kämpfte mit Minusbauer ums Remis, was ihm am Ende gelang - mehr war für ihn nicht drin. Guntram stand von Beginn an unklar und wickelte in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und zwei Minusbauern ab. Das Endspiel war wohl bei optimalem Spiel remis zu halten. Dies gelang Guntram leider nicht. Eric spielte vielleicht die unglücklichste Partie des Tages: in Zeitnot ließ er ein dreizügiges Matt aus und landete im Dauerschach. Auch Markus hatte einen schlechten Start in die Saison: statt Bauerngewinn in der Eröffnung und vermutlich bequemem Sieg kam er in einem Königsangriff unter die Räder und verlor. Stefan Friedel steuerte ein Remis in ausgeglichener Position bei.

Unterm Strich war mehr drin und eine Punkteteilung wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen. In diesem Wettkampf mussten die Erbacher den erfahrenen Hofheimern Tribut zollen.

Im Auswärtsspiel gegen die Mitaufsteiger aus Franfurt am 20.10.2013 hatten sich die Denksportler aus dem Rheingau hingegen viel vorgenommen: die Niederlage gegen Hofheim war abgehakt, mindestens ein Punktgewinn wollte man aus Frankfurt mit ins Rheingau nehmen, um das Projekt Klassenerhalt auch in die Tat umsetzen zu können. Leider kam es anders als gedacht. Vielleicht ein wenig übermotiviert gingen die Erbacher zu Werke und meldeten in der Folge eine Partie nach der anderen ab...und verloren am Ende 1,5:6,5. Das reine Waterloo...

Br. Frankfurt 1 vs. Erbach 1 Ergebnis
1 Schlesinger, Omri - Elkmann, Janek 1-0
2 Kabir, Rezaul - Link, Michael 0-1
3 Biller, Helmut - Jung, Gerhard 1-0
4 Breitwieser, Jasmin - Althoff, Guntram 1-0
5 Von Auer, Ulrich - Simon, Eric, Dr. 1-0
6 Dörr, Tarik - Pauly, Markus (MF) 1-0
7 Calvi, Stefan - Friedel, Stefan 0,5
8 Ostermeier, Thorsten - Aßmann, Hendrik 1-0

Leider mussten die Erbacher Schachfreunde in diesem wichtigen Wettkampf auf Heiko verzichten. Die Terminierung des Wettkampfs mitten in den hessischen Herbstferien kann als unglücklich bezeichnet werden. Aber auch bei den Schachfreunden aus Frankfurt fehlte ein starker Spieler, so daß die Chancen auf dem Papier ausgeglichen waren.

Janek versucht am ersten Brett alles, seinen starken Gegner im Sturm zu nehmen. Janeks Königsangriff wurde jedoch vom starken Frankfurter Spitzenbrett trocken abgewert und Janek konnte anschließend die Niederlage aufgrund des investierten Materials nicht mehr abwenden. Michael spielte die längste Partie des Tages und gewann seine Partie am Ende sicher zum 1,5:6,5 Endstand - eine kleine Schönheitskorrektur des Ergebnisses. Gerhard spielte seine Partie zu zahm und passiv und landete in einem für ihn schwierigen Endspiel, das er am Ende dann auch verlor. Auch Guntram kam nicht in Tritt und stand passiv. Das Endspiel war nicht zu halten - ein ähnlicher Partieverlauf wie am Nachbarbrett. Eric spielte mit Weiß eine zunächst ausgeglichene Partie, verlor aber im Mittelspiel den Faden, Material und die Partie. Markus an Brett 6 wählte eine ungewöhnliche Eröffnungsvariante und konnte nicht widerstehen, den Bauern auf b2 zu nehmen (vergiftet oder nicht?), vermutlich noch geprägt durch die erste Runde, in der er einen soliden Bauerngewinn ausgelassen hatte. Der Bauer wurde gewonnen, jedoch musste in der Folge ein Läufer für zwei weitere Bauern gegeben werden. Markus Position war aber nach diesem Abtausch löchrig und ein gut vorgetragener Königsangriff vereitelte auch an diesem Brett einen Punktgewinn. Stefan erwies sich in Frankfurt erneut als stabiler Spieler und steuerte ein sicheres Remis zum Ergebnis bei. Die unglücklichste Partie spielte dieses Mal Hendrik: klar auf Gewinn stehend wählte Hendrik nicht den optimalen Plan und streute den ein oder anderen zweitbesten Zug ein, der am Ende sogar noch zur Niederlage führte.

Unterm Strich war dieser Spieltag ein rabenschwarzer Tag für die erste Erbacher Mannschaft, die an nahezu jedem Brett unter ihren Möglichkeiten blieb. Das Liga Orakel bewertete den Klassenverbleib der Erbacher nach diesem Spieltag mit weniger als 20%...

Also musste gegen die 2. Mannschaft des SV Wiesbaden unbedingt ein Sieg her, um sich überhaupt noch Chancen auf den Klassenverbleb ausrechnen zu können. Das Derby fand am 3.11.2013 in Erbach statt. Die erste Mannschaft plagten aber dieses Mal erhebliche Aufstellungssorgen: so konnten mit Eric und Guntram gleich zwei erfahrene Spieler nicht am Wettkampf teilnehmen, was das Team zusätzlich unter enormen Druck setzte. Aber auch Wiesbaden trat nicht mit seiner Topbesetzung an, so daß die Chancen wieder einigermaßen ausgeglichen waren.

Br. Erbach 1 vs. Wiesbaden 2 Ergebnis
1 Elkmann, Janek - Serbu, Eli 0,5
2 Link, Michael - Traudes, Wolfgang 0,5
3 Marzahn, Heiko - Mayer, Frank 1-0
4 Jung, Gerhard - Kuhn, Andreas 1-0
5 Pauly, Markus (MF) - Doehring, Joachim 0-1
6 Friedel, Stefan - Böhmer, Thomas 0-1
7 Aßmann, Hendrik - Bernstein, Boris 1-0
8 Perll, Ulrich - Zwirner, Gottfried 0,5

Am ersten Brett verschenkte Janek den Sieg in höchster Zeitnot, als er ein Remisangebot seines Gegners annahm, der in nur wenigen Zügen mattgesetzt worden wäre. Das Mattbild war aber nicht einfach zu sehen, und Janek wollte nicht noch mit Gewinnstellung auf Zeit verlieren, nach dem Motto: Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Am zweiten Brett kämpfte Michael in einem schwiereigen Endspiel beim Stand von 3:3 noch darum, ein greifbares 4:4 überhaupt noch möglcih zu machen, was ihm auch mit Bravour gelang - seine Partie endete Remis. Heikos Sieg gegen seinen anscheinend nicht so gut aufgelegten Gegner brachte Erbach schnell in Front und Gerhard setzte mit einem stark gespielten Angriff im Italienischen Zweispringerspiel einen weiteren Sieg oben drauf. Markus kam in seiner Partie gut ins Spiel und konnte erneut einen Bauern gewinnen. Aber auch in dieser Partie war ihm das Glück nicht hold, geriet in einen schwierig zu verteidigenden Königsangriff und verlor. Stefan Friedel erging es in seiner Partie leider auch nicht besser. Klar auf Gewinn stehend wählte er den falschen Plan und erlaubte seinem Gegner sich zu konsolidieren und ebenfalls einen Königsangriff zu starten. Nach Turmverlust war auch diese Partie für Erbach verloren. Aber das Glück sprang den Rheingauern am 7 Brett zur Seite: Hendrik, der die letzte Partie des Tages beim Stand von 3,5:3,5 spielte gewann am Ende durch Mithilfe seines Gegners völlig überraschend das Enspiel und sicherte damit den ersten Sieg einer Erbacher Mannschaft in der Verbandsliga Süd überhaupt! Ersatzspieler Ulrich Perll steuerte am 8 Brett ein frühes Remis bei.

Unterm Strich war dieser Erfolg gegen Wiesbaden mehr als verdient. Mit diesem Sieg wertet auch das Liga-Orakel unsere Chancen auf den Klassenverbleib mit nun 50%. Es müssen aber noch ein paar Pünktchen her, damit das am Ende auch gelingt. Die Chancen sind da, und wenn uns das Glück nicht verlässt, dann kann das auch gelingen. Das erste Drittel lag somit unter den eigenen Erwartungen, wollte man doch aus den ersten drei Wettkämpfen idealerweise 4 Mannschaftspunkte erreichen um mit dem nötigen Selbstvertrauen in das schwere Spiel gegen Dettingen zu gehen und in die Wettkämpfe mit den nominell stärkeren Teams der Liga. Es muß also noch die ein oder andere Überraschung im zweiten und dritten Drittel her...

Ins zweite Drittel der Saison geht es dann am 8. Dezember gegen den Aufstiegsfavoriten aus Dettingen (in Dettingen). Realistisch kann hier kaum mit einem Punktgewinn gerechnet werden, was aber zu verschmerzen wäre.

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