Landeklasse West: Dritter Sieg in drittem Spiel

Landeklasse West: Dritter Sieg in drittem Spiel

PDFDruckenE-Mail

Schachfreunde Erbach behalten "weiße Weste" auch in drittem Spiel

6.11.2011 Das zweite Auswärtsspiel der Saison bei der Verbandsliga-Reserve des SK Niederbrechen konnten die Erbacher Schachsportler am Ende sicher - und dieses Mal auch recht deutlich - für sich entscheiden. Mit 5,5 : 2,5, setzen sich die leicht favorisierten Erbacher am Ende durch und entführen beide Zähler aus der Domstadt Limburg.

Die Vorzeichen für den Mannschaftskampf waren ein wenig getrübt, da Ulrich Bischoff leider erneut absagen mußte. Nach seinen starken Partien in der Bezirksoberliga kam Bernd Jung nach langer Zeit wieder zu einem Einsatz in der Landesklasse West. Entsprechend motiviert ging es dann auch pünktlich um 14 Uhr los und zur Sache. Nach der Eröffnungsphase stellte Mannschaftsführer Markus Pauly zufrieden fest, daß an allen acht Brettern konzentriert gespielt wurde und auch alle Erbacher Spieler ordentlich bis gut aus der Eröffnung gekommen sind. Damit blieben unliebsame frühe Überraschungen durch geschickt gestellte Eröffnungsfallen schon einmal aus, was den Mannschaftsführer zuversichtlich stimmte und Gutes für den Rest der Begegnung verhieß.

 

Markus Pauly bringt Erbach mit 1:0 in Führung

Mannschaftsführer Markus Pauly bringt Erbach 1:0 in Führung

Den ersten vollen Punkt des Wettkampfs konnte dann auch gleich Markus Pauly - scheinbar beflügelt durch den guten Beginn - für die Mannschaft verbuchen: nach guter Eröffnung konnte der Erbacher ein mächtiges Bauernzentrum bilden und den Gegner einengen. Den Versuch des Gegners, das Bauernzentrum zu sprengen, mündete am Ende in einen schönen Konter nebst Mattangriff, gegen den kein Kraut mehr gewachsen war. Nach knapp 3,5 h und 38 Zügen war der erste volle Punkt eingefahren und es stand 1:0 für die Gäste vom Rhein. Stefan Friedel, am siebten Brett mit den weißen Steinen spielend, wollte sich nun nicht lumpen lassen und gewann sein Endspiel sicher zum 2:0 für Erbach. Mit zwei Mehrbauern aus dem Mittelspiel hervorgegangen war die Verwertung dieses Materialvorteils eine sichere Sache für den erfahrenen Erbacher Spieler. Eine beruhigende Führung bei noch sechs laufenden Partien!

Gerhard Jung an Brett 2 und auch unser Ersatzspieler Bernd Jung an Brett 8 hatten nun beide ein Remisangebot ihrer Gegner vorliegen. In Anbetracht der komfortablen Führung überließ der Mannschaftsführer die Entscheidung über die Annahme der Remisangebote den jeweiligen Akteuren. Gerhard Jung sah in seiner Partie kein rechtes Durchkommen und nahm das Remisangebot zum Zwischenstand von 2,5:0,5 an, während sich Bernd entschloss seine Partie gegen seinen jugendlichen Gegner weiterzuspielen. Und wie! Mit einem Läuferopfer auf h3 (Läufer gegen zwei Bauern) öffnete er die gegnerische Königsstellung und spielte voll auf Angriff! Die anwesenden Kiebitze waren gespannt, wie es hier weitergehen würde...

Unser Jugendtalent am ersten Brett, Janek Elkmann spielte eine dramatische Partie! Mit den weißen Steinen erspielte er sich eine druckvolle Stellung gegen die etwas passive, aber sehr sichere Pirc-Verteidigung seines Gegners. Hauptproblem war jedoch die Zeit: Nach 24 gespielten Zügen hatte Janek nur noch etwas mehr als drei Minuten auf der Uhr! Eine Zeitnotschlacht bahnte sich an, zumal sein Gegner nun ebenfalls zusehends in Zeitnot geriet. Aber Janek ließ sich durch diesen Umstand nicht aus der Ruhe bringen und spulte seinen Angriff am Königsflügel sauber herunter, so daß noch kurz vor der eigentlichen Zeitkontrolle die Entscheidung fiel: 3,5:0,5 für Erbach hieß der Zwischenstand zur "Halbzeit".

Nun richtete sich das Augenmerk wieder auf Brett 8 und unseren Ersatzmann Bernd Jung: nach dem fulminanten Läuferopfer vergaloppierte sich Bernd leider mit seinen Springern, was zu weiterem Materialverlust führte. Der Angriff schlug leider nicht durch und hinzu kam dann noch Zeitnot, die am Ende die Partie entschied. Niederbrechen konnte den ersten vollen Zähler für sich zum 1,5:3,5 Zwischenstand verbuchen und ein wenig aufschließen.

Hendrik Aßmann, an Brett 6 mit Schwarz spielend, stellte nun auch in seinem ungleichfarbenen Läuferendspiel alle Gewinnversuche ein und sicherte einen weiteren halben Zähler für Erbach. Schade für Hendrik, nachdem er bereits eine Qualität im Mittelspiel gewinnen konnte (gegen einen Bauern), aber diese dann im weiteren Verlauf wieder zurückgeben musste. Das Läuferendspiel war am Ende Remis. Mit 4:2 Punkten war somit ein Mannschaftspunkt gesichert, bei noch zwei spannenden Partien an Brett 3 und an Brett 5.

In einer verwickelten und recht kuriosen Partie verteidigte sich Eric Simon zäh. Beide Spieler hatten jeweils einen weit vorgerückten Bauern auf der 2. bzw. 7. Reihe, den es aufzuhalten galt. Dabei hatte der Niederbrechener jedoch den Vorteil, daß sein König Erics Bauern blockierte, während Eric den anderen weit vorgerückten Bauern mit Läufer und Dame "bewachen" musste. Das führte zu einer schwierigen Stellung für Eric, die wohl objektiv betrachtet kaum zu halten gewesen wäre. Nachdem Eric seine Position richtig eingeschätzt hat, bot er seinem Gegner kurzerhand Remis an, was dieser überraschenderweise annahm! Damit ging Erbach uneinholbar mit 4,5:2,5 in Führung, der Mannschaftssieg stand fest.

Nun blieb es dieses Mal Heiko Marzahn vorbehalten, den Endstand herzustellen. Nachdem Heiko im Mittelspiel ebenfalls Material gewinnen konnte (Läufer gegen zwei Bauern), sollte das entstandene Endspiel gewonnen sein. Heiko ließ sich den Erfolg auch nicht mehr nehmen und erzwang nach Bildung eines starken Freibauern die Aufgabe seines Gegners. Endstand: 5,5:2,5 für Erbach.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

SK Niederbrechen 2 - SF Erbach 1 2,5:5,5
David Henrich  - Janek Elkmann 0:1
Andre Kremer - Gerhard Jung 1/2
Johannes Hildwein - Heiko Marzahn 0:1
Andreas Götz - Markus Pauly 0:1
Clemens Beinrucker - Dr. Eric Simon 1/2
Wolfgag Zillich - Hendrik Aßmann 1/2
Markus Beinrucker - Stefan Friedel 0:1
Florian Reuter - Dr. Bernd Jung 1:0

"Dieser sichere und klare Erfolg der Schachfreunde Erbach gegen ein engagiert und motiviert aufspieledes Team aus Niederbrechen bringt sicherlich einiges an Selbstvertrauen für die nächsten schweren Begegnungen gegen die Top-Teams der Liga!", fasste der Mannschaftsführer Markus Pauly das Ergebnis zusammen. "Das Endergebnis spiegelt den Spielverlauf wieder, in dem wir kaum in Verlegenheit gebracht wurden. Eine mannschaftlich sehr geschlossene Leistung, die vorerst mit dem 2. Tabellenplatz belohnt wurde".

Nun gilt es am 4. Spieltag gegen die Schachfreunde aus Wieseck die weiße Weste zu verteidigen. Die Gäste aus Gießen sind ein ernstzunehmender Gegner, die nach drei Runden den 5. Tabellenplatz belegen. Das Heimspiel findet am 4. Dezember 2011, 14 Uhr, in unserem Spiellokal in Walluf statt. Zuschauer sind natürlich herzlich willkommen!

FUVIGLM09