Das war knapp!

Das war knapp!

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Gegen die Schachfreunde Wieseck gelingt ein knapper Sieg - Erbacher Schachfreunde überwintern verlustpunktfrei auf dem 2. Tabellenplatz

 

4.12.2011 "Puh, das war knapp!", kommentiert Mannschaftsführer Markus Pauly das Ergebnis des Heimspiels am 4. Spieltag in der Landesklasse West. Mit einem 4,5:3,5 Heimerfolg gegen die starken Schachfreunde aus Wieseck verteidigten die Erbacher Ihre "weiße Weste" und gestalten das Rennen um die Meisterschaft weiterhin offen. Die Wiesecker Schachfreunde haben sich in dieser Saison personell verstärken können, von daher war mit einem harten Kampf zu rechnen. Daß es dann so eng werden würde, war aber dann doch ein wenig überraschend...

Erneut mußten die Erbacher Schachfreunde am 8. Brett einen Ersatzmann aufbieten. Mit Marc Böhnke fiel die Wahl des Mannschaftsführers auf einen starken Jugendlichen der 2. Mannschaft (Brett 2). Anders als beim ersten Heimspiel der Saison waren jedoch dieses Mal alle acht Spieler vor Ort, so daß die Begegnung pünktlich und vollzählig um 14 Uhr "angepfiffen" wurde.

Gerhard Jung

Gerhard Jung steuerte ein wichtiges Remis zum 4,5:3,5 Erfolg Erbachs bei!

Den besseren Start legten dann die Gastgeber vor. Nach gut drei Stunden Spielzeit endete die Partie am Spitzenbrett mit einem Sieg von Janek Elkmann, der seinen Gegner von Beginn an unter Druck setzte und damit Fehler provozierte. Nach Gewinn einer Qualität und eines Bauern war die Partie entschieden, und Janek konnte seinen dritten Sieg im vierten Spiel einfahren, bei einem weiteren Remis. Mit nun 3,5 Punkten aus vier Partien erzielte Janek bislang ein hervorragendes Ergebnis am Spitzenbrett! Mit dieser 1:0 Führung war jedenfalls der Grundstein für ein gutes Ende gelegt.

Mit der Zeitkontrolle nach knapp 4h stellten sich dann die nächsten Ergebnisse ein. Den Anfang machte Stefan Friedel am 6. Brett. Mit Weiß spielend konnte er sich keinen entscheidenden Vorteil erarbeiten, so daß am Ende die Partie erwartungsgemäß auch Remis endete. Demnach stand es 1,5:0,5 für die Gastgeber. An Brett 7 und an Brett 8 boten beide Wiesecker Spieler zeitgleich Remis an. Nach Rücksprache mit dem Mannschaftsführer wurden beide Partien ebenfalls Remis gegeben, was in beiden Fällen ein wenig enttäuschend war. Hendrik Aßmann am 7. Brett spielend hatte sich im Mittelspiel bereits zwei Mehrbauern erkämpft, was an und für sich für einen leichten Sieg gereicht hätte - der volle Punkt war gedanklich schon eingeplant! Er sah sich am Ende jedoch einem starken Angriff ausgesetzt, den er nur noch durch das Zulassen eines Dauerschachs verhindern konnte. Marc Böhnke an Brett 8 hatte sich eine schöne Stellung erspielt, die mehr versprach, aber am Ende dann doch zu einem ausgeglichenen Endspiel verflachte. Somit stand es zur Halbzet 2,5:1,5 für Erbach, aber an den verbleibenden vier Brettern sah es zu diesem Zeitpunkt teilweise kritisch aus!

Gerhard Jungs Partie am zweiten Brett sah vielversprechend aus. Das entstandene Leichtfigurenendspiel mit Läufer gegen Springer war nicht mehr zu verlieren - aber ob es auch zu gewinnen war? Jedenfalls kämpfte Gerhard verbissen weiter, auch um abzuwarten, wie es an den anderen drei Brettern weitergehen würde. Am besten sah es dabei bei Heiko Marzahn an Brett 3 aus. Das Turmendspiel mit einem Mehrbauer versprach ein voller Punkt zu werden, jedoch geht jedem Schachspieler auch der Ausspruch des Schachweltmeisters Steinitz durch den Kopf: "Turmendspiele sind immer Remis!". Also, es war noch Vorsicht geboten. Sorgen bereiteten jedoch Brett 4 und Brett 5. Nach interessanter Eröffnung und ausgeglichenem Mittelspiel opferte Markus Pauly einen Turm gegen Läufer und Bauer, in der Hoffnung, eine uneinnehmbare Festung aufbauen zu können. Eric Simon stand jedoch mit Schwarz von Beginn an unter Druck und kam nicht so recht ins Spiel. Nach einem Bauernverlust war auch materiell die Lage mehr als angespannt. Es hing also alles davon ab, ob Eric und Markus noch etwas zählbares aus Ihren Stellungen herausholen würden...

Wie gehofft und erwartet konnte Heiko seine Partie sicher zu einem vollen Punkt verwandeln und die Führung der Erbacher Denksportler ausbauen: 3,5:1,5. Das Turmendspiel war am Ende  klar gewonnen und alle Verteidigungskünste seines Wiesecker Gegners konnten pariert werden. Es fehlte jetzt also "nur" noch ein Punkt zum Sieg... Den nächsten kleinen aber wichtigen Beitrag steuerte dann Markus bei! Er schaffte es tatsächlich durch zähes Spiel eine Festung aufzubauen, die nicht mehr eingenommen werden konnte. Fairerweise sei erwähnt, daß der Wiesecker Spieler eine schöne Idee in Form eines Bauerndurchbruchs am Damenflügel ausließ, die vermutlich zum Gewinn der Partie gereicht hätte. 4:2 für Erbach - die Punkteteilung im Mannschaftskampf war damit zumindest einmal sicher!

Gerhard Jung bot seinem Gegner bei diesem Punktestand und in besserer Stellung Remis an, was dieser in Anbetracht der eigenen Möglichkeiten annahm, und somit die Niederlage für Wieseck besiegelte. Die letzte noch laufende Partie nahm kein gutes Ende mehr für Erbach und seinen Protagonisten Eric Simon. Trotz ideenreicher Kniffe und zweischneidiger Züge schaffte es der Wiesecker Spieler zügig Material abzutauschen und damit alle rettenden Agriffsversuche von Eric im Keim zu ersticken. Erbach gewinnt am Ende knapp mit 4,5:3,5.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

Brett Erbach 1 vs. Wieseck 1  Ergebnis
1 Janek Elkmann - Arno Feicht 1:0
2 Gerhard Jung - Markus Schachl 1/2
3 Heiko Marzahn - Klaus Wüst 1:0
4 Markus Pauly - Heinrich Repp 1/2
5 Dr. Eric Simon - Andreas Muth 0:1
6 Hendrik Aßmann - Matthias Leinweber 1/2
7 Stefan Friedel - Martin Fügert 1/2
8 Marc Boehnke - Helmut Waldrich 1/2

"Mit diesem knappen Erfolg überwintert Erbach als Tabellenzweiter und kann sich nun auf die nächsten schweren Aufgaben vorbereiten!", fasst der Mannschaftsführer das Spielergebnis zusammen. Am fünften Spieltag, am 29. Januar 2012 reisen die Schachfreunde Erbach nach Braunfels, wo sie auf den derzeitigen Tabellenvierten treffen. Das wird sicher erneut kein Spaziergang, da Braunfels z. B. gegen Wieseck mit dem gleichen Ergebnis gewinnen konnte. Es ist also auch hier Vorsicht geboten!

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