Die 1. Mannschaft der Schachfreunde Erbach hatte sich für den Saisonauftakt viel vorgenommen, ging es doch direkt am ersten Spieltag zum Mitaufsteiger aus der Landesklasse Ost Sfr. Frankfurt 1. Doch schon die Vorzeichen standen nicht allzu gut: so musste die Mannschaft gleich auf zwei starke Stammspieler verzichten: Uli Bischoff (gemeldet an Brett 2) und unser starker Neuzugang Dimitri Alexandrovski (gemeldet an Brett 5) waren leider verhindert, so daß das Team durch Guntram Althoff und Markus Pauly ergänzt weden musste. Trotz dieser Umstände rechneten sich die Rheingauer dennoch gute Chancen aus... mit einer konzentrierten Leistung sollte eine Überraschung möglich sein!

Zunächst einmal starteten die Erbacher ganz ordentlich in den Wettkampf. Nach der Eröffnung sah es bei allen acht Spielern ausgeglichen bis vielversprechend aus - kein Erbacher war in wirklich ernsthaften Schwierigkeiten, aber es stand auch kein Erbacher klar besser. Es deutete sich ein enges Match an und der Mannschafsführer war zu diesem Zeitpunkt ob der gezeigten Leistung recht zuversichtlich. Noch alles im grünen Bereich...

Nach etwa drei Stunden Spielzeit wendete sich jedoch das Blatt. Mit einem Doppelschlag gingen gleich zwei Partien verloren. An Brett 4 übersah Andreas Kuhn schlicht eine Springergabel, die eine Qualität kostete (Qualität: er verlor einen Turm gegen einen Springer) - und mangels entsprechender Kompensation dann auch kurze Zeit später die Partie. Das war sehr bitter, zumal Andreas bis zu diesem Zeitpunkt mit Schwarz sehr ordentlich gespielt hatte. Die zweite entschiedene Partie endete dann für Hendrik Aßmann an Brett 5 fast ebenso tragisch. In einer komplizierten Stellung fand Hendrik nicht die beste Verteidigung und verlor ebenfalls eine Qualität - allerdings bekam er dafür zumindest noch einen Bauern, was die Angelegenheit nicht ganz so hoffnungslos machte. Aber sein Gegner spielte das Endspiel stark weiter und gewann am Ende verdient. Sfr. Frankfurt 1 ging somit 2:0 in Führung - ein bereits deutlicher Vorsprung zu diesem recht frühen Zeitpunkt.

Zwei weitere Entscheidungen fielen dann kurze Zeit später an den Brettern 6 und 7: Eric Simon war bereits in Zeitnot und sah wenig Vorankommen in seinen Bemühungen die Partie zu gewinnen und auch sein Gegner schien derselben Meinung zu sein. Die Partie endete Remis, was natürlich den Erbachern nicht wirklich half. Auch an Brett 7 kam es zur Punkteteilung. Nachdem Guntram einen Bauern gewinnen konnte (vielleicht ein wenig voreilig?) sah er sich einem starken schwarzen Angriff ausgesetzt, in dessen Folge es zu vielen Abtauschen und am Ende zu einem Dauerschach kam. Die Analyse dieser beide Partien dürfte zeigen, ob hier für die Rosenstädter nicht doch mehr drin gewesen wäre. Das ändert aber nichts am 3:1 Zwischenstand für Frankfurt. Der Mannschaftsführer und Schreiber dieser Zeilen begann sich nun ernsthafte Sorgen zu machen...

Vier Partien liefen zu diesem Zeitpunkt noch. Besonders unglücklich lief es für Heiko Marzahn an Brett 1. Gegen seinen nominell schwächeren Gegner erreichte er zunächst eine optisch sehr vielversprechende Stellung mit großem Raumvorteil am Damenflügel. Hier schritt Heiko dann mutig mit seiner Dame zu Werke, um die gegnerische Bauernstruktur weiter aufs Korn zu nehmen - vielleicht auch durch den desolaten Zwischenstand veranlasst. Dieser Plan wurde jedoch vom Frankfurter Spieler mit einem überraschenden und starken Opferangriff auf die Königsstellung kalt ausgekontert. Der Angriff auf Heikos König schlug voll durch, so daß auch diese Partie verloren ging. Der Wettkampf war für Erbach nun nicht mehr zu gewinnen: 4:1 für Frankfurt. Aber ein Unentschieden (oder VierVier) war zumindest theoretisch noch möglich - konnte das noch gelingen?

Mit Frank Schmidt (stark unter Druck gegen Frankfurts Spitzenspieler), Wladimir Becker (ausgeglichene Stellung) und Markus Pauly (leicht bessere Stellung) sah es aber nicht danach aus, daß unsere 1. Mannschaft noch ein VierVier schaffen könnte. Wladimir sah keine Möglichkeit in seiner Partie noch ernsthaft auf Sieg weiterzuspielen und einigte sich mit seinem Gegner auf Remis, womit die Niederlage nun feststand. Es kämpften noch Frank und Markus um zumindest ein erträgliches Endergebnis. Frank machte dabei seine Sache deutlich besser als Markus: an Brett 2 erreichte er in einem klar schlechteren Endspiel fast studienartig noch ein Remis, während Markus sein Turmendspiel nicht halten konnte und doch noch verlor. Damit hieß das Endergebnis 2:6 - eine deutliche Niederlage gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten.

"Das war heute eine bittere Niederlage für uns.", kommentierte Mannschaftsführer Markus Pauly den Wettkampf. "Wir sind offensichtlich noch nicht richtig in der Liga angekommen und waren heute auch ersatzgeschwächt - aber ohne einen einzigen Partiegewinn nach Hause zu fahren ist bitter. Alles in allem lief es heute sehr unglücklich für Erbach..." Das muss natürlich in den kommenden Wettkämpfen deutlich besser werden.

Aber schon am nächsten Spieltag, den 27. Oktober 2019, wartet auswärts mit Offenbach 1 ein richtig harter Brocken auf unsere 1. Mannschaft. Offenbach hat am ersten Spieltag als hoher Favorit eine überraschende Niederlage gegen Ladja Roßdorf kassiert - von daher ein guter Ansporn für die Rheingauer Denksportler, es den Starkenburgern nun gleichzutun - Ladja Roßdorf hat gezeigt, daß es jedenfalls möglich ist! Also: Daumen drücken!

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