Was für eine Saison!

Die Schachfreunde Erbach haben in der abgelaufenen Saison 2018/2019 sportlich vermutlich ihr erfolgreichstes Jahr der Vereinsgeschichte hingelegt: mit dem "Double" gelang nicht nur die Meisterschaft in der Landesklasse West - und damit der Aufstieg in die Verbandsliga Süd (zum nun dritten Mal), sondern auch der Sieg im Bezirkspokal des Schachbezirks Rhein-Taunus gegen den Oberligisten Wiesbadener SV von 1885. Dieser tolle Erfolg wurde von unserer 2. Mannschaft und dem Gewinn des Vizemeistertitels in der Bezirksoberliga (SB 8) komplettiert.

In der Landesklasse West ist unsere 1. Mannschaft mit dem klaren Ziel "Meisterschaft" angetreten - und hatte zunächst einen durchwachsenen Start mit einem eher unnötigen VierVier gegen den Austeiger aus Hungen-Lich. Da haben die Rosenstädter den vermeintlichen "Underdog" doch kräftig unterschätzt - und aus dem erwarteten leichten Auftaktduell in der LK West, quasi zum Warmspielen, wurde es dann doch nichts. Mit gedämpftem Optimismus ging es dann auch gleich weiter gegen den nächsten harten Gegner: SJ Herborn, die DWZ-stärkste Truppe der Liga und kampferprobter Absteiger aus der Verbandsliga Nord. Erneut ein VierVier! Und das nach einer bequemen 4:3 Führung und einer als sicheren Sieg eingeschätzten achten Partie. Doch leider ging diese dann doch unglücklich verloren. Waren das die Nerven? Die Saison war nun schon fast gelaufen.


Der dritte harte Brocken wartete in Runde drei auf die Eltviller Denksportler. Auch unser Nachbarverein aus Wiesbaden, genauer: Wiesbadener SV, hatte sich ambitionierte Ziele gesetzt und dies mit der Nominierung einer starken Mannschaft untermauert. Allerdings hatte unsere 1. Mannschaft hier am Ende knapp aber sicher die Nase vorn und konnte sich mit einem 4,5:3,5 dann doch endlich erstmals durchsetzen. An der Tabellenspitze bahnte sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SJ Herborn, Wiesbadener SV und den Schachfreunden aus Erbach an - und es sollte bis zum Schluss spannend bleiben.

In den Runden 4 bis 7 kam unsere 1. Mannschaft gegen den SK Marburg, SC Lindenholzhausen, die starken Dotzheimer und gegen Braunfels zu vier sicheren Siegen und konnte sich an der Tabellenspitze festsetzen, zumal Wiesbaden und Herborn in Runde 5 jeweils eine unerwartete Niederlage quittieren mussten. Herborn verabschiedete sich dann mit einer weiteren Niederlage in Runde 7 endgültig aus dem Aufstiegsrennen. Das sorgte natürlich für Rückenwind in unserer Truppe! Es kamen also quasi nur noch Wiesbaden und Erbach für die Meisterschaft in Frage, neben dem weiterhin stark aufspielenden Aufsteiger aus Hungen-Lich (allerdings dann doch mit zu diesem Zeitpunkt eher theoretischen Aufstiegschancen).

In Runde 8 stellte sich aber erneut der Schlendrian bei uns ein: gegen unseren (vermeintlichen) Angstgegner aus Wieseck hat es am Ende mit viel Glück doch noch zu einem VierVier gereicht, nach einer bravourösen Energieleistung unseres Spielers Frank Schmidt, der eine nahezu hoffnungslose Partie doch noch irgendwie ins Remis rettete. Mit dem VierVier war aus Erbacher Sicht nichts passiert - aber einen weiteren Lapsus in der letzten Runde durfte es natürlich nicht geben - unsere Mitkonkurrenten um die Meisterschaft witterten sicherlich schon ein wenig Morgenluft! Und die gab es dann für unsere Gegner zum Glück doch nicht: Mit einem hart erkämpften knappen Sieg gegen Niederbrechen konnten die Rheingauer die Meisterschaft in der Landesklasse West perfekt machen. Ein toller Erfolg für das eingespielte Team.

Und weil es so schön war, hier noch die Abschlusstabelle:

Landesklasse West: Tabelle

# Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp. MP BP
1 Sfr. Erbach 1 ** 4.0 4.5 4.0 4.0 5.0 6.0 4.5 5.5 5.5 9 15 43.0
2 SSG Hungen-Lich 1 4.0 ** 5.5 4.0 6.0 3.5 6.0 4.5 4.0 4.5 9 13 42.0
3 Wiesbadener SV 1885 2 3.5 2.5 ** 6.0 4.5 5.5 3.5 5.0 5.0 7.0 9 12 42.5
4 Sfr. Wieseck 1 4.0 4.0 2.0 ** 6.0 5.0 5.0 4.0 4.0 3.0 9 10 37.0
5 SJ Herborn 1998 1 4.0 2.0 3.5 2.0 ** 3.5 5.0 5.5 5.5 6.0 9 9 37.0
6 SAbt TuS Dotzheim 2 3.0 4.5 2.5 3.0 4.5 ** 3.5 4.0 5.0 5.0 9 9 35.0
7 SK Marburg 1931/72 3 2.0 2.0 4.5 3.0 3.0 4.5 ** 4.0 6.0 5.5 9 9 34.5
8 SK Niederbrechen 1948 2 3.5 3.5 3.0 4.0 2.5 4.0 4.0 ** 3.0 4.5 9 5 32.0
9 SF Braunfels 1 2.5 4.0 3.0 4.0 2.5 3.0 2.0 5.0 ** 4.0 9 5 30.0
10 SC Königsflügel Lindenholzhausen 1979 1 2.5 3.5 1.0 5.0 2.0 3.0 2.5 3.5 4.0 ** 9 3 27.0

 

Die erfolgreiche und in der gesamten Saison ungeschlagene Mannschaft bestand aus (in Brettreihenfolge): Frank Schmidt (3/7), Anton Peter (0,5/2), Heiko Marzahn (6/9), Andreas Kuhn (4,5/9), Wladimir Becker (2/5), Uli Bischoff (5,5/8), Dr. Eric Simon (5,5/9), Hendrik Aßmann (5,5/8) sowie den Ersatzspielern Guntram Althoff (2,5/4), Dr. Martin Launert (1/1), Ralph Barnewitz (0/1), Janek Elkmann (0/1) und Markus Pauly (7/8), gleichzeitig auch Manschaftsführer.

Fazit: Mission accomplished!

Bewertung: 5 / 5

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